Besuch der Bundestagsabgeordneten Isabelle Vandre im Büro Kindermut

Artikel vom 10.02.2026

Gestern besuchte Isabelle Vandre, Bundestagsabgeordnete für Die LINKE, im Rahmen ihrer Tour durch den Bundestagswahlkreis das Büro KINDER(ar)MUT des AWO Bezirksverbands Potsdam. Bei diesem Treffen, an dem Kolleg*innen des Büro KINDER(ar)MUT sowie Jane Baneth, Mitglied des Vorstands des AWO Bezirksverbands Potsdam, teilnahmen, wurden drängende gesellschaftliche Themen erörtert, die vor allem die wachsende soziale Ungleichheit und die Auswirkungen der Inflation auf die Potsdamer Bevölkerung betreffen.


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Besuch der Bundestagsabgeordneten Isabelle Vandre im AWO Büro KINDER(ar)MUT

Gestern besuchte Isabelle Vandre, Bundestagsabgeordnete für Die LINKE, im Rahmen ihrer Tour durch den Bundestagswahlkreis das Büro KINDER(ar)MUT des AWO Bezirksverbands Potsdam. Bei diesem Treffen, an dem Kolleg*innen des Büro KINDER(ar)MUT sowie Jane Baneth, Mitglied des Vorstands des AWO Bezirksverbands Potsdam, teilnahmen, wurden drängende gesellschaftliche Themen erörtert, die vor allem die wachsende soziale Ungleichheit und die Auswirkungen der Inflation auf die Potsdamer Bevölkerung betreffen.

Herausforderungen für einkommensschwache Haushalte

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, wie sich die aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen auf die Lebensrealität von Familien und einkommensschwachen Haushalten auswirken. Besonders im Fokus standen dabei Inflation, steigende Mieten und die zunehmend höheren Nebenkosten, die viele Haushalte stark belasten. Diese Belastungen führen zu einer wachsenden Unsicherheit bei den betroffenen Familien, wie wir in unseren Beratungsstellen beobachten können.

Zudem ist daraus zunehmend ist eine Kluft zu erkennen zwischen den Chancen für Kinder aus einkommensstarken und einkommensschwachen Familien. Diese Kluft wird nicht nur durch finanzielle Unterschiede, sondern auch durch einen Verlust an sozialer Unterstützung und gesellschaftlichem Zusammenhalt verstärkt. Besonders im Bereich der sozialen Leistungen zeigte sich eine wachsende Unsicherheit und zurückhaltende Haltung bei den betroffenen Menschen. Ein Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands belegt, dass rund 60 Prozent der staatlichen Sozialleistungen nicht in Anspruch genommen werden. Unwissenheit oder Scham sind häufige Ursachen hierfür.

Notwendigkeit von mehr niedrigschwelligen Beratungsangeboten

Auch unsere Beratungsstellen zu familienunterstützenden Leistungen werden zunehmend von Eltern aufgesucht, die durch finanzielle Engpässe und emotionale Belastungen in einer schwierigen Situation stecken und erschöpft sind. Vor allem die steigenden Mieten und Nachforderungen bei Betriebskosten sind Faktoren, die viele Menschen an den Rand ihrer Belastbarkeit bringen. Besonders alarmierend ist der Trend, dass viele von Armut betroffene Personen sich ihrer Rechte nicht bewusst sind oder diese aus Angst vor negativen Konsequenzen nicht wahrnehmen.

Vor diesem Hintergrund wurde der dringende Bedarf und die Einigkeit nach mehr niedrigschwelligen Beratungsangeboten betont. Es braucht in den verschiedenen Stadtteilen verstärkt Anlaufstellen, an die sich die Menschen wenden können, um ihre Rechte zu erfahren und Unterstützung zu erhalten.

 

Kürzungen bei freiwilligen Leistungen: Ein besorgniserregender Trend

Ein weiteres zentrales Thema des Gesprächs waren die beobachtbar zunehmenden Kürzungen bei sogenannten freiwilligen Leistungen. So sieht Potsdam beispielsweise die geplante Aufhebung des im September 2023 eingesetzten Preisdeckels für Mittagessen für Kinder an Potsdamer Schulen vor. Dieser soll zukünftig wieder wegfallen und nur noch an elf ausgewählten Schulen gelten. Jane Baneth verwies auf eine Studie des Bertelsmann-Instituts, die deutlich mache, dass jeder Euro, der heute nicht in freiwillige soziale Leistungen investiert wird, später das Vierfache an Pflichtleistungen kosten könne. Gerade solche freiwilligen Leistungen – die nicht nur der Bildung dienen, sondern auch den sozialen Zusammenhalt und eine Gemeinschaft fördern – sollten dringend erhalten bleiben. Ein Einsparen an freiwilligen Leistungen würde also langfristig sowohl eine viel größere finanzielle Belastung für den Staat nach sich ziehen als auch auf das gesellschaftliche Miteinander rückwirken.

Wir bedanken uns bei Isabelle Vandre für den Besuch, das Interesse und den Austausch zu den Themen, denen wir in unserer Arbeit mit Familien und Kindern insbesondere aus einkommensschwachen Haushalten täglich begegnen.

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